❗ Die Abstimmungs-Falle: WhatsApp-Konto gekapert nach Klick auf Voting-Link
Eine Bekannte bittet per WhatsApp, kurz bei einer Online-Abstimmung für ihr Enkelkind mitzumachen. Ein Klick, eine kurze „Bestätigung“ – und plötzlich gehört das eigene WhatsApp-Konto Kriminellen, die im eigenen Namen Freunde und Familie um Geld anbetteln. Die Polizei warnt aktuell bundesweit vor dieser Masche. Wir erklären, wie sie funktioniert und wie Sie sich schützen.
So läuft die Masche ab
Der Trick beginnt mit einer Nachricht, die scheinbar von einem echten Kontakt kommt – Freundin, Nachbar, Vereinskollege. Der Inhalt klingt harmlos: Man möge doch bitte bei einem Online-Voting abstimmen, etwa für ein Kind bei einem Foto-Wettbewerb. Weil die Bitte von einer vertrauten Person stammt, klicken viele ohne Zögern.
Der Link führt jedoch auf eine gefälschte Internetseite. Dort wird man aufgefordert, zur „Teilnahme“ eine Bestätigung durchzuführen: einen QR-Code scannen oder einen Zahlencode (PIN) eingeben, der gleichzeitig per SMS ankommt. Genau dieser Schritt ist die Falle – denn damit verknüpfen die Täter Ihr WhatsApp-Konto mit ihrem eigenen Gerät und übernehmen es komplett, samt aller Kontakte und Gruppen.
Anschließend wiederholt sich das Spiel in Ihrem Namen: Ihre Kontakte erhalten die gleiche Abstimmungs-Bitte – oder direkt eine erfundene Notlage mit Geldforderung. In einem aktuellen Fall aus Mecklenburg-Vorpommern baten die Täter im Namen eines 65-Jährigen dessen Kontakte um Geld für eine angeblich dringende Zahnbehandlung, inklusive beigefügter Bankverbindung. Obwohl der Mann seine Kontakte schnell warnte, hatten einige bereits überwiesen.
- Ein Kontakt bittet per Link um Teilnahme an einer Abstimmung, Umfrage oder einem Gewinnspiel – oft ohne persönliche Ansprache
- Die verlinkte Seite verlangt eine „Bestätigung“: QR-Code scannen oder einen Code eingeben, der per SMS kommt
- Zeitgleich erhalten Sie eine SMS mit einem WhatsApp-Registrierungscode, den Sie gar nicht angefordert haben
- Nach der „Abstimmung“ verschicken angeblich Sie selbst merkwürdige Nachrichten oder Geldbitten
Die wichtigste Regel
Geben Sie niemals einen Bestätigungscode weiter und scannen Sie keine QR-Codes von fremden Seiten – egal, wie vertrauenswürdig die Bitte wirkt. Eine echte Online-Abstimmung braucht niemals Ihren WhatsApp-Code. Der sechsstellige Registrierungscode und der QR-Code sind die Schlüssel zu Ihrem Konto – wer sie hat, ist Sie.
Bei Geldbitten gilt wie immer: Rufen Sie die Person auf der gespeicherten Nummer an, bevor Sie irgendetwas überweisen. Diese Masche ist eng verwandt mit dem „Hallo Mama“-Trick – nur dass die Nachricht hier tatsächlich vom echten Konto des Bekannten kommt, was sie noch glaubwürdiger macht.
- WhatsApp neu mit Ihrer Nummer registrieren – dadurch wird das Konto auf dem Täter-Gerät automatisch abgemeldet
- In WhatsApp unter Einstellungen → Verknüpfte Geräte alle unbekannten Sitzungen abmelden
- Alle Kontakte warnen – am besten telefonisch oder über einen anderen Kanal, damit niemand auf Geldbitten hereinfällt
- Anzeige erstatten – auch online über die Internetwache der Polizei Berlin
- Falls bereits Geld geflossen ist: sofort die Bank anrufen und versuchen, die Überweisung zu stoppen
Vorbeugen: WhatsApp absichern
Der beste Schutz ist die Verifizierung in zwei Schritten (WhatsApp → Einstellungen → Konto → Verifizierung in zwei Schritten). Damit legen Sie eine eigene PIN fest, ohne die niemand Ihr Konto auf einem neuen Gerät einrichten kann – selbst dann nicht, wenn Betrüger an einen SMS-Code gelangen. Werfen Sie außerdem gelegentlich einen Blick in die Liste der verknüpften Geräte und melden Sie alles ab, was Sie nicht kennen.
Wenn Sie beim Einrichten unsicher sind, helfen wir gern: In unserer Werkstatt am Helene-Weigel-Platz ist die Zwei-Schritte-Verifizierung in wenigen Minuten aktiviert. Gerade für ältere Familienmitglieder lohnt sich auch unsere geduldige Computerhilfe für Senioren. Einen Überblick über weitere aktuelle Maschen finden Sie in unserem Artikel Aktuelle Betrugsmaschen 2026.